Nilaveli
So langsam gelingt uns hier die Umstellung auf Entspannung und Erholung.
Und man kümmert sich ja auch rührend um uns: gestern Abend gingen wir in ein kleines Restaurant am Strand. Niederländische Musik quoll aus den Boxen. Gerade als wir das schon tiefenpsychologisch mit der Zeit der niederländischen Besatzung Ceylons und der Kompensation derselben mit Hilfe holländischer Schunkel-Songs erklären wollten, fragte uns die Bedienung, woher wir kämen.
Eine Minute später ertönte Vincent Weiß aus den Boxen und im weiteren Verlauf des Abends wechselten sich niederländische und deutsche Chart-Verbrechen fröhlich ab. Am Nachbartisch saß - ungefragt verantwortlich für 50 Prozent der Playlist des sri-lankischen Lokals - eine Familie aus den Niederlanden.
Ein bisschen tragisch ist an den letzten Urlauben, in denen wir gegen Ende einfach nur eine Woche Strandurlaub machen wollen, dass genau dann das Wetter umschlägt.
So schwitzten wir erst in der Alhambra und in Budapest, um anschließend an der andalusischen Küste und am Plattensee zu frieren.
Und hier? Meteorologische Studien über die Monsune Südasiens wurden im Vorfeld der Reise gewälzt und dann siegessicher entschieden, dass der Badeurlaub definitiv an der Ostküste durchgeführt werden muss, denn der Osten Sri Lankas ist im Juli/August trocken und der Westen nass.
Und jetzt? Trockener Westen und nasses Nilaveli. Zumindest seit heute Nachmittag.
Aber: während Regen am Balaton so richtig schlecht ist, sieht das hier ein bisschen anders aus, denn während das Wasser hier ordentlich von oben runterknallt, ist die Luft halt dennoch 30° warm und der Regen nicht unbedingt kühler.
Das kann Spaß machen, wenn man in diesem Wetter dann im Ozean steht. Unten baden, oben duschen.
Zurzeit allerdings ist es nicht so lustig: eine heftige Gewitterzelle hängt über unseren kleinen Hütten und regnet den gesamten Ozean drauf.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen