Nilaveli - Kandy

Dass die von uns gestern beschriebene Route nach Kandy überhaupt keine gute Idee ist, sagten uns heute Morgen die Hotel-Hippies von Nilaveli.
Statt mit dem Zug nach Habarana zu schleichen und dort in den Bus zu steigen, sollten wir doch schon in Trincomalee den Direkt-Bus nach Kandy nehmen.
Dass wir das vorab anders geplant hatten, war wohl der Art und Weise geschuldet, in der der Vater in jedem Reisegespäch Busfahrten verfluchte. So wollten wir also eigentlich  erst knapp drei Stunden mit dem Zug und dann dreieinhalb mit dem Bus fahren, anstatt direkt mit dem Bus (fünf Stunden).
Aber wie gesagt: keine gute Idee, vor allem deshalb, weil es hier ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, als vierköpfige Familie mit sieben Rucksäcken in einen Bus zu steigen, der bereits unterwegs und hoffnungslos überfüllt ist.
Deshalb also Planänderung:
Vormittags noch einmal Strand und Meer und dann rein in die dunklen Stunden im Bus.
In Trincomalee saßen nur ein paar Touristen versprenkelt im Bus, alles sah sehr harmlos aus. Doch auf seinem Weg nach Südwesten füllte sich der Bus auf fast magische Art: ohne nämlich, dass der Bus anhielt, wurde er voller. Er wurde lediglich hin und wieder langsamer, dann wieder schneller und plötzlich stand wieder einer mehr im Gang, denn hier springt man einfach in den fahrenden Bus rein und raus. Vermutlich hält das Ding nur an, wenn hüftsteife Touristen ein- oder aussteigen wollen.
Der Bus war dann letztlich tatsächlich irrsinnig voll. Die 60 Sitzplätze waren schnell besetzt und in absoluten Spitzenzeiten standen noch mal rund 60 Menschen im Gang. 
Der Vater verbrachte die fünf gefürchteten Stunden in folgender Anordnung:
Er saß zwischen Ella und irgendeinem Typen. Zu dritt teilte man sich eine etwa einen Meter breite Bank. Zwischen den Beinen des Vaters befand sich ein Rucksack. Auf seinem Schoß ebefalls. Bewegungen abwärts der Hüfte waren ausgeschlossen. Jeder Knochen, jeder Knorpel kam in exakt der Position in Kandy an, in der er in Trincomalee losgefahren war. Am Ende schmerzten die meisten. Über vier Stunden lang berührten sich in dieser Position aufs Zärtlichste ein deutsches und ein sri-lankisches Bein.
So langsam ist Rückweg angesagt. Das haben wir heute unterwegs gemerkt: Das seltsam geformte Straßendorf Habarana, der Tempel von Dambulla - an diesen Stationen userer Reise sind wir heute vorbeigekommen. Schmerzende Knorpel hin oder her.
Hier in Kandy ist alles für uns sehr neu: wir wohnen im Steinhaus und haben luxuriöse Dige, die wir hier nie hatten: warmes Wasser, einen Kühlschrank,  einen Fernseher. Vorhin haben wir zum ersten Mal kurz Olympia geguckt.
Morgen geht es hier in Kandy vor allem um Buddhas Zahn. Da sind wir natürlich dabei.



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