Nilaveli (3)
Morgens um 5:30 Uhr stach die Mutter im See und als dann um 8:00 Uhr der Familienrest wach wurde, da war sie schon wieder zurück. Alle Katastrophen-Szenarien ("Papa, was machen wir, wenn Mama über Bord geht?" - "Dann gehen wir zur Deutschen Botschaft in Colombo und fragen die") waren hinfällig: vollzählig saß die Familie am Frühstückstisch.
Die Mutter fuhr also früh morgens in einem kleinen Bötchen und mit sieben anderen Touristen raus aufs Meer. Delphine wurden versprochen. Mit Glück könne man auch Wale sehen.
Die Fahrt begann aber erstmal damit, dass sich nach etwa zwei Metern Fahrt eine ebenso hohe Welle über dem Kahn auftürmte und in selben hineinkrachte. Die gesamte Besatzung war durchtränkt und sollte an diesem Morgen nicht mehr trocken werden.
Vor der Antwort auf die Frage nach den Meeresbewohnern, die die wackere Crew zu sehen bekam, folgen hier die Antworten auf die drei phobischen Fragen derer, die nicht mitgefahren sind:
1) "Hat es schlimm geschaukelt? Musstet ihr euch permanent übergeben?" (Papa) - Antwort: "Nein".
2) "Konnte man das Festland noch sehen?" (Ella) - Antwort: "Ja".
3) "War es sehr früh?" (Oscar) - Antwort: "Ja".
Jetzt war es nicht so, dass sie direkt ans Boot kamen, dort ihre lustigen Köpfe aus dem Wasser streckten und "i-i-i-i-i" riefen, aber immerhin schwammen sie so vor sich hin und zeigten den nassen, aber glücklichen Touristen im Boot ihre Rückenflossen. Wale gab es keine zu sehen.
Nachdem der ganze Tag gestern trocken war und auch heute tagsüber bestes Strandwetter herrschte, zeigte Sri Lanka heute zwischen 17 und 18 Uhr noch mal, was die Tropen so können: da stand mal wieder eine Wand aus Wasser vor unseren Cabanas, in die wir uns retteten, als hier innerhalb von einer Minute von "okay, bisschen diesig" auf "Weltuntergang" geschaltet wurde.
Und so wie Oscar es ja vorgestern angedeutet hatte, kam es auch: es regnete massiv rein, diesmal in die Hütte der Eltern.
Als der Regen weniger wurde, stapften wir durch hohe Pfützen zur Crew und erzählten denen von "Water inside the Cabana".
Ein Typ kam dann mit einer Art Wischmopp mit, sah sich die Hütte an, sagte "Oh oh. One Minute" und rannte weg.
Er wischte sich danach um Kopf und Kragen. Das Wasser quoll (und quillt beständig) aber leider unter unserem Bett hervor. Und da warten noch ein paar Liter darauf, endlich in die Freiheit entlassen zu werden.
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