Kandy - Colombo
Lustig an Kandy ist, dass hier zwar die Ampeln ausgeschaltet, diese aber trotzdem in gewisser Weise funktionstüchtig sind.
Denn: auch ausgeschaltete Fußgängerampeln sind die Treffpunkte all jener, die die Straßenseite wechseln möchten. Und wie auf ein unsichtbares Zeichen hin gehen plötzlich - angeführt vom Furchtlosesten - die Massen über die Straße und der Verkehr (dreispurig) kommt artig zum Erliegen, ehe nach zwanzig oder dreißig Anstandssekunden dann Autos, Busse und Tuk-Tuks wieder nervös zu wackeln beginnen und daraufhin alle Fußgänger so tun, als sei die kaputte Ampel nun gerade auf Rot gesprungen. Das Ganze ist kein bisschen chaotisch, sondern funktioniert wunderbar.
Mit dem Zug ging es heute von Kandy zurück nach Colombo.
Als der Zug einfuhr, gab es kurz Hektik, denn in unsrem Waggon (second class, reserved) gingen weder vorne noch hinten die Türen auf.
Menschen stiegen durch die geöffneten Fenster des Wagens ein und aus. Das gelang, abhängig von gesundheitlicher Verfassung und BMI mal gut und mal weniger gut.
Manche hingen doch recht verloren zwischen Innen und Außen des Zuges. Manche schmissen ihre Koffer in den Zug und kamen dann nicht hinterher.
Schließlich aber die für uns eigentlich naheliegende, für viele andere aber seltsamerweise überraschende Lösung: die Türen des Nachbar-Waggons wurden geöffnet und wir gelangten von dort zu unseren Plätzen.
Das sei keineswegs immer so, versicherte uns ein Australier. Er sei auf Sri Lanka schon mehrfach durchs Fenster in die Züge gerobbt.
Na gut, Typ. Wir nehmen trotzdem die Tür, okay?Colombo hat in den vergangenen drei Wochen nicht allzu viel an Charme zugelegt. Noch immer müffelt es hier ein wenig, noch immer muss man hier mutig vor den fließenden Verkehr springen.
Wir haben aber mittlerweile lecker Kottu und Fried-Chicken im Bauch und freuen uns auf ein paar Abschieds-Getränke in der Roof-Top-Bar unseres tollen Hotels.
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