Udawalawe
Kleine Sri-Lanka-Premiere für uns: erstmals in diesem Urlaub gab es heute keinen Ortswechsel. Wir schlagen quasi Wurzeln in Udawalawe. Morgen allerdings geht es weiter.

Vor Udawalawe staut sich in der Hochsaison der Verkehr, sagte uns gestern der Tuktuk-Fahrer, denn von hier kann man in den Nationalpark gleichen Namens fahren und auch ein Waisenhaus für Elefanten besuchen.
Die Jeep-Fahrt in den Nationalpark startete um 6:30 Uhr.
Uhrzeiten stellen für uns ja - wie schon beschrieben- derzeit eh keine allzu bedeutende Größe dar und da Sri Lanka ab etwa 18:45 Uhr Ortszeit zappenduster ist, ist es kein Problem, dass bislang jede Nacht um 6:00 Uhr oder 6:30 Uhr endete.
Mit dem Jeep jagten wir (mit Guide, Fahrer und Hotelbesitzer in Personalunion) in den etwa 15 Minuten entfernten Park.
Interessant daran war, dass der Jeep keinerlei Frontscheibe zu bieten hatte, weshalb wir jetzt auch wissen, dass man bei 55km/h kaum noch kontrolliert atmen, blinzeln oder sprechen kann, weil einem der Fahrtwind wie bei einer nicht enden wollenden Achterbahnfahrt in die Leffzen knallt und dass sämtliche Familienmitglieder einfach cool aussehen, wenn die Frisur bretthart waagerecht nach hinten weist.
Bevor wir zu den tollen Tieren kommen, geht es aber erstmal weiter mit deutschem Gejammer:
Wir fuhren hier und da mal auf Wegen im Nationalpark, die zuvor ein paar Wochen wohl weder von Jeeps noch von Elefanten durchquert wurden, denn einige Äste hingen schon recht selbstbewusst im Weg.
Gerne hingen sie übrigens ungefähr auf einer Höhe, die es dem Fahrer in der vollverkleideten Fahrerkabine gerade noch erlaubte, drunterdurchzubrettern. Darüber befanden sich wir, die wir dann immer in Deckung gingen, während böses Geäst wenige Zentimeter über unseren Köpfen durch den "Innenraum" des Jeeps raste.
An einer Stelle ging gar nichts mehr. Links und rechts griffen die Eltern helfend in stacheliges Tropenwirrwarr und sorgten für freie Fahrt, aber leider auch blutige Unterarme.
"Memories", lachte der Fahrer/Guide beim Anblick des zerschundenen Arms der Mutter.
Und nun die Tiere: die waren tatsächlich da: Elefanten, meist zu zweit mit Jungtier oder einmal auch als siebenköpfige Familie, Wasserbüffel, meist lebendig, aber aufgrund der ebenfalls anwesenden Krokodile eben nur meist. Affen, die seltsamerweise immer zusammen mit Rehen auftauchen, Adler, Warzenschweine, Eidechsen, Pfauen, Eulen und andere Vögel. Es war ein Spektakel.
Wir fragten danach noch mal die Vermieterin, woher sie denn wisse, dass es hier keine Krokodile gebe.
"Naja", sagte diese. "Seit 20 Jahren wohne sie hier, drüben würden manchmal Kinder baden und noch nie..." Alles klar - dann nix wie rein.
Abends ging es dann ins besagte Waisenhaus für Elefanten. Zur Fütterung platzten etwa 40 bis 50 Elefanten und zeigten dort alle möglichen Sozialverhalten, die man auch von Kindern und Jugendlichen kennt: hier wurde der Rüssel direkt in den Trichter gesteckt, dort wurden die Kumpels laut brüllend zur Seite geschoben. Es war ordentlich was los.
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