Ella - Gampola

Zunächst noch ein bedeutender Nachtrag zu Ellas gestrigen Besuch auf dem Klo des Nachbarn unseres Koch-Coaches: dort gab es zwar durchaus Seife, jedoch kein Wasser, weshalb unsere Tochter mit einer Hand voll Seife die Örtlichkeit verließ. Sie hatte verständlicherweise große Angst davor, dass ihr der liebe Klobesitzer zum Abschied die Hand reichen würde. Wohin dann mit der Seife? Er tat es nicht, manchmal läuft es einfach im Leben.
Heute früh verließen wir dann Ella (jetzt ist wieder der Ort gemeint, nicht die Tochter). Übrigens mit der blöden Avocado, die schon gestern keine Mango war, heute aber wohl später am Tage hervorragend mundete.
Im Zug in Richtung Kandy waren ausschließlich Touristen. Überall hörte man es niederländisch, deutsch, französisch und so weiter brabbeln. Überall wurde alles wegfotografiert und geinstagramt. Wasserfälle hier, Schluchten dort. Alles mit der europäischen Visage im Vordergrund schnell für die Follower hochladen. "Oah, ist das nice hier" - "Ja, total. Voll nice." hörte man im Zug die Gen-Z sich austauschen.
Wir arbeiteten uns bis auf 2000m Höhe rauf. Es wurde erstmals kühl in diesem Urlaub und dann auch ordentlich nass. Im Hochland hängen die Wolken. Teilweise sogar unterhalb der Bahntrasse.
Ausgestiegen sind wir dann nach einigem Abwägen - wir hatten im Zug, der an jeder schönen Aussicht für die Touris und ihr Instagram anhält, ja schließlich satte fünf bis sechs Stunden Zeit - in einer Stadt namens Gampola, die im Reiseführer nicht sonderlich gut wegkommt, aber diesen tollen Turm ihr Eigen nennt, den man gerne schon mal googlen darf, denn die Bilder davon liefern wir erst morgen.
Heute bleiben wir in der tief verregneten Stadt, die uns aber eigentlich ganz gut gefällt, da hier die Touristen/Souvenir-Folklore des Ortes Ella einem typisch sri-lankischen Stadtbild gewichen ist. Und hey - es gibt sogar Bier in Liquor-Stores zu kaufen. Das gab es bislang hier nur in Restaurants.
Wir fanden zum Glück auch spontan ein Hotel. Dass man dort die WCs nicht nur von innen, sondern auch von außen mit Hilfe eines Riegels verschließen kann, ist nicht nur hart unlogisch, sondern auch Anlass für ganz besonders kreative Matsch-Birnen, Schabernack zu treiben.
Der Vater ging aufs Klo. Die Mutter schloss kichernd von außen ab und schien das im Nachgang vollkommen vergessen zu haben.
Als der Vater das Klo und den Spaß der Gattin verlassen wollte, war diese schon längst im Gespräch mit dem Vermieter.
Nach zwei Minuten, zwei langen Minuten auf einem sri-lankischen Klo, wurde dem Vater die Tür geöffnet. 
Aber wie gesagt: genau für diese kleinen Frust-Erfahrungen gibt es ja hier Bier.
Das Hotel hier ist ansonsten aber ein lustiger Laden. Wir sitzen als einzige Gäste auf der Dachterrasse (mit Überdachung) und bekommen gleich ein Essen. Schräg über uns ist auch noch irgendwas. Und dort singen mindestens vier Menschen ununterbrochen lauthals tolle Lieder. Eventuell ist das die Küche.

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