Deniyaya - Udawalawe
Nach einem tollen Frühstück bestehend aus Spiegelei, Kokosbrot, Ananas, Banane und Pancakes mit Kokos (und somit recht hungrigem Sohn) ging es mit Guide in den Regenwald.
Wir bestaunten alles mögliche Getier wie Spinnen, Schlangen und Echsen. Weit oben in den Baumkronen tummelten sich sogar ein paar Affen. 

Die Sorgenvolleren dieser Familie waren weniger überzeugt.
Wer aber den Film "Stand by me" kennt, sollte über die Jahre wie wir eine abnorme Antipathie gegenüber Blutegeln entwickelt haben. Und so zogen wir vor dem Abmarsch bereitwillig die "Leech-Socks" an, die uns diese Viecher vom Halse (oder zumindest vom Beine) halten sollten.
Leech-Socks sehen unten aus wie Socken und darüber eher wie eine Art Campingzelt, welches man dann unterhalb der Kniescheibe fixiert.
So geschützt stapften wir in den Regenwald und wurden dort dennoch fast alle von den lieben Leeches angenabbert und ausgesaugt.
"Martin has some Leeches", krähte Bianca und suchte den Guide. Sie kam wieder mit der Nachricht, man möge sich ruhig verhalten und den kecken Wurm zunächst gewähren lassen. Der Wurm trank derweil genüsslich aus der Kniekehle, knapp über den Leech-Socks.
Schließlich kam der Guide dann mit Salz (Achtung : Life-Hack!), denn Salz finden Blutegel so richtig schlecht. Sie krümmen sich dann vor Ekel, lassen von der Kniekehle und mit einem Wisch des Guides sind sie wieder auf dem Regenwald-Boden der Tatsachen angekommen.
Später hatte, wie gesagt, auch Oscar kurz mal Besuch von so einem kleinen Arsch des Regenwaldes und nach der Rückkehr am Hotel musste auch Bianca feststellen, dass an ihr gerade ordentlich gezapft wurde.
Die Tour war natürlich dennoch großartig - vor allem das Baden am Wasserfall war fantastisch, auch wenn Ella von der Strömung tief in den Regenwald getrieben worden und für immer verschwunden wäre, hätte ihr bärenstarker Bruder sie nicht festgehalten.
Gefahren lauern nun mal überall in diesem Urlaub und niemand geht davon aus, dass wir ihn alle überleben werden. Dennoch gilt es, Risiken zu minimieren.
Aber als wir gefragt wurden, ob wir unsere nächste Etappe von Deniyaya (jetzt schreiben wir ein einziges Mal, dass wir in Wahrheit gar nicht in Deniyaya, sondern in Mederipitiya waren, aber dann ist auch mal gut mit Buchstaben), ob wir diese Etappe von dort nach Udawalawe mit dem Taxi oder zwei Tuktuks zurücklegen wollten, da entschieden wir uns trotz der Fahrtzeit von über zwei Stunden für die Kombination "Fun but Danger", also für die Tuktuks.
Neben fehlender Knautschzone, so man mal von Fahrer absieht, gibt es in Tuktuks nämlich das grundsätzliche Problem, dass man rausfallen kann, da in Sri Lanka ja immer alle Türen offen beziehungsweise nicht vorhanden sind.
Schläft man in einem Tuktuk also ein und kippt ein bisschen hin und her, kann man durchaus Schädel vorneweg mitten in der Fahrt auf den Asphalt knallen.
Dieses Szenario schilderte der Vater, der ja in jedem Urlaub die Aufgabe hat, alle möglichen Todesursachen mahnend zu benennen, mehrfach der Familie und untersagte allen jedes Einschlafen, vor allem denen, die an der Seite ohne Tür sitzen würden.
Sicherheitshalber sprach er mit dem Guide vor Ort noch mal alles genau ab: auf der langen Fahrt nach Udawalawe würde eine Sicherung an der fehlenden Tür installiert sein. "No Problem. Your wife can fall asleep without dying", versprach man ihm.
Dann kamen die Tuktuks. Keinerlei Sicherungs-Elemente erkennbar. Schließlich schnappte sich der Fahrer einen unserer Rucksäcke und presste ihn irgendwie zwischen Frau und Tür. "Super", konstatierte diese.
Aber auf der Fahrt, bei der Oscar irgendwann eine Reisetablette einforderte, musste der Sorgen-Minister der Familie auf vieles gleichzeitig achten. Oscar solle bitte nicht das schöne Tuktuk vollkotzen und wenn die Tablette dann wirkt, bitte nicht schlafend aus selbigen fallen. Deshalb hielt der Sorgen-Minister ihn die ganze Zeit ganz doll fest.
Gleichzeitig musste er immer wieder ins andere Tuktuk schauen und prüfen, dass dort niemand einzuschlafen droht. Schließlich war da noch der Verkehr mit mindestens zwei Beinah-Crashs mit stärkeren Fahrzeugen. Und außerdem durfte man ja selber nicht einschlafen. Egal - genug mit Sorgen. Wir sind gut angekommen und werden morgen Elefanten sehen.
Kurz waren wir im hauseigenen See. Dort gibt es obrhalb der Wasserfläche Moskitos und darunter Lizzards bis zu einem Meter Lizzard-Länge. Es kling aber alles schlimmer, als es ist, denn in Wahrheit ist es hier total toll gerade.
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