Colombo - Galle - Deniyaya

Bislang waren wir eigentlich nur unterwegs. Heute Morgen ging es nach einem schnellen Frühstück mit dem Zug bon Colombo nach Galle, womit wir neben dem nördlichsten Punkt (Berlin), dem westlichsten Punkt (Frankfurt) nun auch den südlichsten Punkt unseres Reise-Vierecks erreicht haben.
Kleiner Geo-Exkurs: Wir sind hier in Sri Lanka südlich des Zenitstandes der Sonne. Das hatten wir vier noch nie in unserem Leben.
Tagsüber werfen wir kaum Schatten und wenn man mal zur Sonne schaut, stellt man fest, dass sie tatsächlich ganz knapp im Norden steht und nicht wie bisher tagein, tagaus im Süden. Spannend, oder?
Die zweistündige Zugfahrt nach Galle war durchaus sensationell, da wir neben uns fast immer den Indischen Ozean oder Mangroven dabei hatten und in Sri Lanka ja eh immer alle Zugtüren geöffnet bzw. nicht vorhanden sind.
In Galle sind wir dann in den Bus gestiegen, das laut manch bösen Zungen "gefährlichste Tier Sri Lankas". 
Im Bus selber war erstmal ordentlich was los. Über dem Fahrer blinkte ein Display lustig in drei Farben vor sich hin und sah aus wie ein Flipper-Automat aus den 80ern. An den Fenstern baumelte ein Vorhang mit vielen Kordeln und vorne lief ein Fernseher, der die gesamte Fahrzeit (2,5 Stunden) indischen oder vielleicht sogar singhalesischen Reggae zeigte.
Sechs Boxen wussten die Klänge im Bus zu verteilen. Immer mal wieder stiegen fliegende Händler ein ind aus und boten seltsame Produktpaletten (Nüsse, Getränke, aber auch Räucherstäbchen und Malbücher) an. Es war also ordentlich was los im Bus und anscheinend hatte der Straßenverkehr auf der anspruchsvollen Strecke nach Deniyaya auch mehrere Fast-Karambolagen zu bieten, doch davon bekamen wir vor lauter Kordeln und Gardinen zim Glück kaum was mit. Wir hatten uns eh vorher in Galle sicherheitshalber betäubt: Die Eltern leicht mit eineinhalb Lion-Bieren, Oscar stark mit einer Reisetablette. Nur Ella stieg voll zurechnungsfähig in den lustigen Bus.
Deniyaya ist dann schon so richtig Sri Lanka. Hier wird man als Europäer durchaus interessiert beäugt, aber wir sind natürlich trotzdem noch nicht am Ziel des Tages angekommen. 
Dorthin geht es auf einer etwa 15minütigen Fahrt mit zwei Tuktuks. Tuktuks sind so eine Art Witz-Version von Autos und würden ganz gut zu Donald Duck passen. Hier sind sie ein ernstzunehmendes Verkehrsmittel. Wir wurden ganz hervorragend mit all unseren fetten Rucksäcken zu unserer Unterkunft gebracht. Die Flasche Wodka hatte der wackere Fahrer dabei griffbereit.
Morgen früh brechen wir hier zu einer geführten Regenwald-Tour auf. Schon jetzt ist alles toll hier:
Es gab eine Begrüßungs-Kokosnuss zum Schlürfen und einen ersten Blick auf eine sehr, sehr grüne Schlange. Überall zirpt, fiept und raschelt es. Am Abend stand die ganze Familie sogar spontan noch im Fluss. 

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